Bewegung ist mehr als nur Schritte sammeln

Schritte sammeln ist populär geworden. 10.000 Schritte pro Tag sollen es schon sein damit man gesund ist und auch bleibt. Doch reichen 10.000 Schritte pro Tag wirklich aus?

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Komfort bestimmt unseren Alltag

In unserem modernen Alltag haben wir es mit technologischem Fortschritt geschafft, die körperliche Anstrengung auf ein Minimum zu reduzieren. Wir verrichten unsere Arbeit vorwiegend sitzend, nur mehr wenige Berufe erfordern körperliche Anstrengung. 

Komfort bestimmt auch unseren restlichen Alltag: Das Auto, der Lift, die Rolltreppe, Lieferdienste bringen uns das Essen an die Tür. Ein Mindestmaß an Bewegung reicht aus um den Alltag zu meistern und zu überleben. Doch ist diese ständige Komfortsteigerung wirklich immer ein Fortschritt? 

Wir spüren heute bereits auch die Kehrseite dieser Entwicklungen.

Ein Drittel der Bevölkerung in Europa ist übergewichtig, über 70% der Bevölkerung leiden an chronischen Schmerzen wie Rückenschmerzen, Nackenschmerzen oder Arthrose. Stoffwechselerkrankungen wie Typ II Diabetes und auch psychische Erkrankungen nehmen rasant zu und Herz-Kreislauferkrankungen sind die Todesursache Nummer 1. 

Diese Entwicklungen sind die logische Konsequenz der ständigen Erweiterung der Komfortzone – unser Körper ist seit 100.000 Jahren auf Bewegung ausgerichtet und angepasst. Um das Ruder herum zu reißen müssen wir Bewegung neu denken!

Komfortzone Alltag - unser Leben ist sehr komfortabel geworden

Sind 150 Minuten Bewegung oder 10.000 Schritte wirklich ausreichend?

Die Empfehlungen der WHO (Weltgesundheitsorganisation) hinsichtlich Bewegung lauten 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche oder 75 Minuten intensive Aktivität pro Woche.

Zum Vergleich, im Schnitt verbringen wir 4.200 Minuten in der Woche sitzend – 10 Stunden pro Tag. Können da 150 Minuten Bewegung als AUsgleich wirklich ausreichen? 

Ein Blick in die menschliche Entwicklungsgeschichte lässt daran zweifeln. Wir haben uns täglich 6 bis 8 Stunden bewegt, dabei an die 20 Kilometer zurückgelegt und noch wichtiger – wir haben uns vielseitig bewegt. Wir sind gelaufen, gesprungen, geklettert, gekrabbelt, gehockt, geschwommen und haben gespielt.

Die Vielseitigkeit ist für viele nahezu komplett abhandengekommen. Verbissen versuchen wir 10.000 Schritte zu sammeln und hecheln einem falschen Ideal hinterher.

Bewegung ist mehr als Schritte sammeln

Untersuchungen zufolge nützen wir heute nur noch 10% unseres maximal möglichen Bewegungsspektrums. In meiner täglichen Arbeit als Sportwissenschafter sehe ich es, wie ein Großteil meiner Klienten die Arme nicht mehr gestreckt über Kopf zusammenbringt oder nicht in der Lage ist die tiefe Hock-Position einzunehmen. Na und – warum soll das wichtig sein? 

Wenn wir die Arme im Alltag nie mehr über Kopf bringen, werden sich die Strukturen wie Muskeln, Faszien und Gelenke anpassen. Der Platz im Gelenk wird enger, auch für die Sehnen. Entzündungen und in weiterer Folge Impingement der Schulter sind die Folge. Plötzlich ist das Heben des Arms über die Horizontale schon schmerzhaft, der mechanische Druck im Gelenk wird größer, der Knorpelverschleiß wird beschleunigt und Arthrose ist die Folge. 

Österreich und Deutschland sind weltweit Spitzenreiter im Einsetzen küstlicher Gelenke, allen voran Knie- und Hüftgelenksendoprothesen. Studien belegen aber, dass selbst bei bestehenden Vorschädigungen 76% aller Knieendoprothesen mit einem entsprechenden Beweglichkeitstraining vermieden werden könnten. 

Wir werden zu dem was wir ständig tun. Während also 10.000 Schritte die Minimalanforderung für die Gesunderhaltung des Herz-Kreislaufsystems darstellen, dürfen wir nicht auf unsere Gelenke vergessen. Diese müssen wir im maximalen Bewegungsumfang bewegen, um bei unserer modernen Lebensweise nicht komplett zu verkümmern. Die gestreckten Arme über Kopf und tiefe Hocke sind absolute Frühindikatoren für Schulter-, Hüft-, Rücken-, und Kniebeschwerden mit weitreichenden Auswirkungen auf die Lebensqualität der Menschen.

Bewegung ist mehr als nur Schritte sammeln

Beweglichkeitstraining ist mehr als Dehnen

Beweglichkeitstraining ist im Hinblick auf unseren bewegungsarmen Alltag als Trumpf. Viele verbinden  mit Beweglichkeitstraining allerdings statisches monotones Dehnen. Doch dies ist nur eine Variante von vielen. Auch Yoga ist mittlerweile bei uns etabliert und hat neben dem positiven Aspekt der Innenschau auch deutliche positive Effekte hinsichtlich Beweglichkeit. Doch auch für jene, die Yoga nicht viel abgewinnen können gibt es Alternativen:

  • Bewegung und Arbeiten am Boden verbessert deine Beweglichkeit!
  • Faszienballübungen zur Verbesserung der Range of Motion (ROM) und Schmerzreduktion
  • Aktive Dehnungen – Wechsel zwischen Kontraktion und Entspannung

… und mein Favorit

  • Dynamisches Beweglichkeitstraining im Flow

Dabei wird mit dem eigenen Körpergewicht trainiert und Beweglichkeit und Kräftigung wird sinnvoll kombiniert. Und vor allem macht es irrsinnig viel Spaß Neues auszuprobieren!

Bewegungsqualität und Körperwahrnehmung erhalten wieder Bedeutug! Soweit so gut, doch wo finden wir in unserem vollen Terminkalender noch Zeit für Bewegung? Zunächst ist es eine Frage der Priorität. Spätestens wenn ein akutes Problem vorliegt, werden wir uns die Zeit nehmen müssen, um nicht an Lebensqualität zu verlieren. Im Idealfall handeln wir allerdings schon vorab und nicht erst wenn die Alarmglocken läuten.

Beweglichkeitstraining sollte neben Schritte sammeln an der Tagesordnung stehen

Bewegen ist wie Zähneputzen

Vor 150 Jahren hat noch niemand zweimal täglich die Zähne geputzt. Mittlerweile ist das ganz normal und wird nicht mehr hinterfragt. Ganz genauso sehe ich das für unsere Muskeln und Faszien. Bei unserem aktuellen Lebensstil müssen wir eine tägliche Muskel-und Faszienhygiene machen, um langfristig unsere Gelenke gesund zu halten. Schon 10 Minuten am Tag an Ausgleichsbewegung sind ausreichend. Wir müssen Umdenken und mehr Bewegung, aber auch mehr Bewegungsqualität in unseren Alltag bringen. 

Ich putze meine Zähne seit 2 Jahren in der tiefen Hocke und diese hat sich dramatisch verbessert. Meine Knieprobleme sind seither Geschichte und vielen meiner Kunden geht es dabei ganz gleich! Bewegung ist kein Selbstzweck, es ermöglicht uns ein Leben voller Freude und Leidenschaft zu führen. Ausreichende Beweglichkeit und Beschwerdefreiheit erlaubt es uns auch in hohem Alter mit den Enkeln Fußnball zu spielen, Berggipfel zu erklimmen und auf Reisen die Welt zu entdecken.

Mit der MOVEVO Move App haben wir uns dieser Mission verschrieben und möchten Menschen dabei unterstützen sich Ihre Träume zu erfüllen. Wir inspirieren und zeigen, wie leicht es sein kann Bewegung in den Alltag zu integrieren und welch positive Auswirkungen auf die Lebensqualität damit einher gehen.

Lasst uns die Neugier und Freude am Ausprobieren wiederentdecken und gemeinsam die Komfortzone verlassen. Denn nur dort lernen wir, entwickeln uns alpersönlich weiter und schaffen Bedeutung. Use it or lose it!

Profilfoto Michael Omann

Michael Omann

Sportwissenschafter & Gründer von MOVEVO

MOVEVO MOVE APP

Inspiration

Mit MOVEVO haben wir uns genau dieser Mission verschrieben: Bewegung und Gesundheit spielerisch in den Arbeitsalltag aller Mitarbeiter*innen bringen.

Wir denken Betriebliche Gesundheitsförderung NEU.

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